Der Frauenchor Schwyz ist 100 Jahre alt. 

Wie war das Leben in Schwyz Anfang des 20. Jahrhunderts? 

Die Zeit nach dem 1. Weltkrieg war entbehrungsreich und bot nicht viel Abwechslung. 

Das Leben der Frauen in dieser patriarchalischen Zeit war stark von den Männern geprägt. 

Am 1. und 8. Februar war das erste öffentliche Auftreten des Damenchors Schwyz, beim Konzert des Männerchors im Kollegium Schwyz, unter der Leitung von Musikdirektor Wilhelm Krieg. 

Am kantonalen Sängerfest hatte der Damenchor Schwyz dann erneut einen Auftritt. 

60 Frauen sangen im Abend- und Festkonzert mit, es soll mächtig geklungen haben, und es schmeichelte nicht wenig, als der Einsiedler Kampfrichter meinte: Es wäre schade, wenn ein solcher Chor nicht weiter zusammenhalte und bestehen würde. 

Ein denkwürdiger Tag, am 21. Dezember 1926 gibt sich der Damenchor eigene Statuten 

und heisst nun, Frauen- und Töchterchor Schwyz. Die erste Präsidentin wird Selina Marty. 

Die musikalische Leitung übernimmt Musikdirektor Wilhelm Krieg, beide für 10 Jahre. 

 


1929 trat der Frauen- und Töchterchor Schwyz als erster Frauenchor der Zentral Schweizerischen Chorvereinigung bei. 

Am 11. Mai 1930, haben sie sich zum ersten Mal an ein Sängerfest in Wollerau getraut. Die 39 Sängerinnen schlossen mit einem grossartigen zweiten Rang ab. Der Zweite Weltkrieg war auch für den Frauenchor eine schwierige Zeit. Chorgesang galt als geistige Landesverteidigung und so hat auch der Frauenchor trotz Raumknappheit weitergesungen. Alle öffentlichen Räume waren vom Militär belegt. Einzig das Gesellenhaus blieb von Einquartierungen verschont und der Gesellenverein stellte seine Räumlichkeiten den Vereinen grosszügig zur Verfügung. 

Durch den ersten Erfolg top motiviert, übten sie fleissig weiter. 

Der Chor hat im späteren Verlauf an 44 Gesangsfesten teilgenommen und regelmässig ein sehr gut, Vorzüglich und im Jahr 1950 sogar einen ersten Rang erzielt. 

Man sieht, dass der Ehrgeiz dieser Frauen, gut zu singen, sich zu profilieren, wahrgenommen zu werden, gross war.

Wettbewerbe standen sehr im Vordergrund der Frauen. 

In der Männer lastigen Chorwelt wollten sie auch gesehen und vor allem gehört werden. 

Für Frauenchöre war einfach weniger Gesangsmaterial vorhanden. Darum bestand mit dem Männerchor noch bis Mitte 1970 eine enge Zusammenarbeit. Mit viel Leistung und guten Resultaten wurden sie wahrgenommen. 

1969 am Innerschwyzer Sängertag erreichten sie als einziger Frauenchor, bei einem Aufmarsch von 30 Chören, den zweiten Platz! Nur der Männerchor Einsiedeln hat mit einem ½ Punkt Vorsprung gewonnen! Der Jahresbeitrag der Frauen betrug lange Fr. 25.00. Mit Silberlöffel und Gabeln als wertvolle Anerkennung für fleissige Probebesuche wurden sie immer wieder angespornt. Denn manchmal waren sogar zwei Probe-Abende pro Woche nötig. Auftritte und Konzerte wurden gefeiert: - 1937, 1940 und 1942 sind sogar Radioaufnahmen gemacht worden. 1985 konnten im Studio Zürich 3 Lieder fürs Radio DRS aufgenommen werden. 2007 gab es einen Auftritt in der Pfarrkirche Gersau mit Weltstar Ivan Rebroff und drei weiteren Chören. Der Wandel der Zeit hat zum Glück viel mehr Chormaterial freigegeben. Es kann heute über andere Länder gesungen werden, mit anderer Sprache oder bunten Stilrichtungen. Für die musikalische Entwicklung und gesangliche Leistung der Frauen waren bisher 14 Dirigierenden verantwortlich.

Angefragt für ein Dirigat wurden musikalisch begabte Lehrer der Volksschulen oder des Lehrerseminars. Nach einer Zusage wurden sie für einen kleinen Lohn angestellt. Bis in die 60iger Jahre war ihr Titel Musikdirektor und sie wurden respektvoll mit Sie angesprochen. Dann wurden Probedirigate eingeführt, was bestimmt für Chor und Dirigierende wichtig ist. Der Lohn wurde existenzsichernd und der Ausbildung angepasst. Auch Sozialleistungen wurden zum normalen Lohnbestandteil. 

 Dirigierende des Frauenchors seit 1925 

    1925-1935   Wilhelm Krieg 

    1935-1938   Ulrich Sialm 

    1938-1943   Josef Herger 

    1943-1949   Werner Kälin 

    1949-1950   J. Ernst Marty 

    1950-1959   Viktor Burkhardt 

Jutta Freiwald                            1959-1970   Jakob Kehl 

                                   1970-1974   Paul Tomaschett 

                                   1974-1980   Paul Giezendanner 

                                   1980-1991   Patrice Ulrich 

                                   1991-2010   Beda Kohler 

                                   2010-2012   Markus Wüthtrich 

                                   2012-2017   Stefan Meyer 

                                   2017-2025  Jutta Freiwald erste Frau als Dirigentin

                                   2025-20..   Marion Bolfing 


Präsidentinnen des Frauenchors seit 1925 

1925-1929   Selina Marty-Debrunner 

1929-1934   Julie Bruhin 

1934-1938   Frau Rust 

1939-1943   Selina Marty-Debrunner 

1943-1960   Julie Bruhin 

1960-1964   Marie-Louise Ceberg-Schmid 

1964-1968   Marly Hafner-Cominetti 

1968-1974    Antoinette Koller-Raschle 

1974-1982    Ida Schmidig-Büeler 

1982-1991    Vreni Husi-Iten 

1991-2000   Ida Schmidig-Büeler 

2000-2006  Irene Riesen- Büeler 

2006-2010   Kathrin Hügi 

2010-2015    Daniela Monsch 

2015-2021    Priska Landolt 

2021-2025    Angelika Schnetzler, Monika Koller

2026-20...    Monika Koller

Marschhalt 1991

Schon länger bestand der Wunsch einen Gemischten Chor zu gründen, weil mehr Möglichkeiten bei Konzerten und umfangreichere Chorliteratur bestünden. 

An der GV vom 11. April 1989 wurde dem Antrag mehrheitlich zugestimmt und es kam am 29. Januar 1991 zur Trennung. 

35 Sängerinnen und der Dirigenten wechselten zum Gemischten Chor. Ein harter Kern von 4 Sängerinnen- Claudia Basler, Liselotte Keller und Maria Marty bildeten den neuen Vorstand mit Ida Schmidig als Präsidentin. Bereits hatten sie die Zusage des jungen Dirigenten Beda Kohler. Mit gezielter Werbung konnte man am 19. Februar 1991 mit 16 neuen Sängerinnen wieder die wöchentlichen Proben 

Fahnen

1995 zum 70. Jubiläum erfüllte sich der Chor den langgehegten Wunsch. Regula Trutmann entwarf für sie, mit viel Überlegung eine Fahne voller wichtiger Botschaften, welche auch heute noch von Bedeutung sind:

Energie, Wachstum, Harmonie, Weiblichkeit, Kraft, Veränderung, 

Suche nach Neuem.

Die vier Farben stehen für die vier Frauenstimmen, und ein harmonisches Ganzes!

Einige Zahlen

Teilnahme an 170 Gemeinschafskonzerten

15 eigene Konzerte 

Teilnahme an 44 Sängerfesten


Verbände 

Der Beitritt zum Schwyzer Kantonal-Sängerverband und zum Zentralschweizerischen Sängerbund - heute mit Namen Zentral-Schweizerische Chorvereinigung ZSCV - erfolgte im November 1929. Die Aufnahme in den Verband der Schweizerischen Frauen- und Töchterchöre erfolgte im Frühjahr 1942. 

Am 14. Mai 1977 wurde der Verband Frauen und- Töchterchöre aufgelöst. 

Und am gleichen Tag war in Bern die Gründungsversammlung der Schweizerischen Chorvereinigung SCV, dem sich unser Verband anschloss. Von diesem Zeitpunkt an gab es einen Verband aller Frauen-, Männer und- Gemischten Chöre. 

Frau kreierte ein Logo und nannte sich ab nun Frauenchor Schwyz. 

An der Jubiläums GV 2006 in der Schaukäserei Seewen wurde das aktuelle Logo vorgestellt. 

 

  1929-1977 

 

    1977-2006 


                   2006 bis heute



Was vor hundert Jahren schon galt,

Singen macht glücklich und gute Laune !!!!